Wale

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Wale

oben: Buckelwal (Megaptera novaeangliae)
unten: Schwarzdelfin (Lagenorhynchus obscurus)

Systematik
Reich: Tiere (Animalia)
Stamm: Chordatiere (Chordata)
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Wale
Wissenschaftlicher Name
Cetacea
Brisson, 1762

Die Ordnung der Wale (Cetacea), die grob in Bartenwale (Mysticeti) und Zahnwale (Odontoceti) unterteilt wird, gehört innerhalb der Klasse der Säugetiere (Mammalia) zur Teilklasse der Höhere Säugetiere (Eutheria).

Inhaltsverzeichnis

Evolution

Der Beginn

Wo genau die Ursprünge der Wale liegen ist weitestgehend noch unbekannt. Da das Leben im Wasser mit weitreichenden Anpassungen im Bereich der Anatomie einher ging, kommen keine Rückschlüsse auf die Verwandtschaft in Frage. Genetische und biochemische Untersuchungen legen den Schluss nahe, dass Wale mit Huftieren verwandt sind. Fossile Funde, die diese Vermutung belegen, reichen bis ins frühe Eozän und weisen somit ein Alter von 55 bis 52 Millionen Jahren auf. Wie weit die Verwandtschaft jedoch tatsächlich zurückreicht, ist unbekannt. Bislang glaubte man, dass Vertreter der Ordnung der Mesonychia, insbesondere der Mesonyx als Vorläufer in Frage kommen. Zur Ordnung der Mesonychia gehörten nach einhelliger Meinung die einzigen Fleischfresser unter den Huftieren. Diese These gilt heute als überholt.
Wurde in Pakistan gefunden: Pakicetus
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Wurde in Pakistan gefunden: Pakicetus
Molekularbiologische Untersuchungen können heute die Verwandtschaft mit den Flusspferden nachweisen. Auch das in fossilen Urwalen nachgewiesene Rollbein im Fußskelett unterstützen diese Untersuchungen. Aufgrund vieler Gemeinsamkeiten werden Wale und Paarhufer daher im Formtaxon Cetartiodactyla zusammengefasst.

Aber was brachte die Vorläufer der Wale dazu sich im Laufe der Evolution derart an das Leben anzupassen? Der erste Kontakt mit dem Wasser erfolgte wahrscheinlich bei der Nahrungssuche. Im Flachwasser der Uferbrandung fanden die Tiere ein reichhaltiges Nahrungsangebot. In dieser nahrungstechnischen Nische bildete sich im Laufe von Jahrmillionen die aquatische Lebensweise aus. In den Anfängen sah das aquatische Leben wahrscheinlich ähnlich wie das der heutigen Seeotter (Enhydra lutris) aus. Im weiteren Verlauf bildeten sich die Vorderbeine zu Brustflossen um, die hinteren Extremitäten bildeten sich fast vollständig zurück und der Schwanz flachte nach und nach ab. Auch die Geburt des Nachwuchses erfolgt noch an Land. In den nächsten Evolutionsschritten bildete sich das Fell zurück und unter der Haut bildete sich eine dicke, isolierende Fettschicht.

Die frühesten und im groben an heutige Wale erinnernde Tiere gehören zur Familie der Protocetidae. Dieser Vertreter war beispielsweise Pakicetus. Pakicetus lebte vor etwa 53 Millionen Jahren im frühen Eozän. Die fossilen Funde stammen aus Pakistan und wurden im Jahre 1977 von dem Paläontologen Philipp Gingerich gefunden. Er gehörte zu den primitivsten Urwalen, da sein Schädel große Ähnlichkeiten mit denen der Landtiere aufweist. Ein weiterer Vertreter der archaischen Urwale war Protocetus, die fossilen Funde stammen im wesentlichen aus dem Mittelmeer, insbesondere aus dem Nordosten Afrikas. Er war relativ klein und wies eine Länge von nur 250 Zentimeter auf. Über die Körperform von Protocetus ist nichts bekannt, da nur ein Schädel gefunden wurde. Interessant ist auch, dass alle fossilen Wale in der nördlichen Erdhabkugel gefunden wurden. Diese Tatsache grenzt den Beginn der Evolution der Wale auf das Tethys-Meer ein. Das Tethys-Meer reichte vom heutigen Mittelmeer bis nach Indien.

Die weitere Entwicklung

In der Folge setzte sich die Spezialisierung immer weiter fort. Ein wichtiges Bindeglied zu den heutigen Walen ist der Zeuglodon. Er lebte vor etwa 45 bis 38 Millionen Jahren im mittleren bis späten Eozän. Ursprünglich wurde der Zeuglodon als Basilosaurus bezeichnet, da man davon ausging, dass es sich um ein Reptil handelte. Die ersten Funde in Form von einigen Wirbeln wurden im Jahre 1832 von James Harlan in Louisiana, USA, gefunden. Die erste Bestimmung stellte sich jedoch schnell als Fehleinschätzung heraus. 1839 fand man weitere Fragmente des Schädels und einige Zähne. Richard Owen stellte fest, das es sich um einen Urwal handeln musste. Die Zähne wiesen vielfache Spitzen auf und die Sinusbögen im Schädel waren deutlich vergrößert. Diese Merkmale sind auch bei heutigen Zahn- und Bartenwalen zu finden. Zeuglodon war ausgesprochen groß. Wissenschaftlich nachgewiesen ist eine Länge von gut 21 Meter bei einem Gewicht von rund 5 Tonnen. Der Kopf war ausgesprochen klein und machte nur 7 Prozent der Gesamtlänge aus. Die äußere Erscheinung dürfte schon deutlich an die modernen Wale erinnern. Das Becken war jedoch noch nicht deutlich zurückgebildet. Der Zeuglodon war auch einer der ersten Vertreter, der in der südlichen Erdhalbkugel anzutreffen waren. Zu den relativ weit entwickelten Arten der Urwale waren die ersten Vertreter der Dorudontinae, aus denen sich letztlich die modernen Zahn- und Bartenwale entwickelten. Die Abspaltung der Zahn- und Buckelwale erfolgte wahrscheinlich gegen Ende des Eozän oder zu Beginn des Oligozän irgendwann vor rund 38 Millionen Jahren. Zu den letzten Arten, die man als Urwal bezeichnen kann, gehört Kakenodeon, der wahrscheinlich vor rund 30 Millionen ausstarb. Die ältesten Fossilien von schweinswalähnlichen Tieren stammen aus dem Miozän. Sie weisen somit ein Alter von rund 10 bis 12 Millionen Jahren auf und wurden im Bereich des nördlichen Pazifiks gefunden. Man geht davon aus, dass Schweinswale hier ihren Ursprung haben. Viele fossile Funde stammen aus spätmiozänen Schichten in Kalifornien. Zur gleichen Zeit wie die Schweinswale (Phocoenidae) tauchten auch die ersten Delfine (Delphinidae) und Gründelwale (Monodontidae) auf. Der gemeinsame Vorläufer der 3 Familien ist Kentriodontidae. Die Abspaltung der 3 Familien erfolgte nach einhelliger Meinung vor rund 10 Millionen Jahren. Die Linie der Kentriodontidae starb im späten Miozän aus. Mit dem Aussterben der Urwale ging eine explosionsartige Entwicklung von modernen Zahn- und Bartenwalen einher.

Die ersten Zahn- und Bartenwale

Die ersten mehr oder weniger primitiven Zahnwale tauchen zwischen 40 und 30 Millionen Jahren auf und traten den Siegeszug an.
Großer Schwertwal (Orcinus orca)
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Großer Schwertwal (Orcinus orca)
Bartenwale tauchen erst sehr viel später vor etwa 30 bis 24 Millionen Jahren auf. Insgesamt zeigt sich bei den Zahnwalen eine größere Diversität und Formenvielfalt. Die Formenvielfalt bezieht sich dabei hauptsächlich auf die Schädelform. Die Zähne wiesen höchst unterschiedliche Formen auf. So gab es gezähnte und glatte, grobe und feine Strukturen. Je nach Art war der Oberkiefer recht lang oder auch kurz, schmal oder breit. Die Diversität konnte im Verlauf von 25 Millionen Jahren zahlreiche Arten ausbilden. Auch in der Größe gab es eine breite Variabilität. Squalodon lebte vor 25 bis 6 Millionen Jahren und wies in etwa die Form eines heutigen Großen Schwertwales (Orcinus orca) auf. Er verfügte über scharfe haiartige Zähne und war trotz seiner eher geringen Größe ein gefährlicher Räuber. Die ersten Bartenwale wiesen noch primitive Zähne auf. Zu den bekanntesten Arten gehört beispielsweise Mammalodon, der vor etwa 24 Millionen Jahren lebte. Der Schädel zeigte jedoch schon die markanten Eigenschaften eines heutigen Bartenwales. Zu diesen Merkmal gehört unter anderem die Tatsache, dass sich die Knochen des Oberkiefers zueinander verschieben konnten. Die unmittelbaren Nachfolger von Mammalodon erinnerten bereits an die heutigen Furchenwale (Balaenopteridae). Die meisten von ihnen starben aus nicht bekannten Gründen vor 6 Millionen Jahren aus.

Heutige Zahn- und Bartenwale

Vor rund 15 Millionen Jahren bildeten sich die heutigen Bartenwale heraus. Schon zu diesem Zeitpunkt verfügten alle Bartenwale über die charakteristischen Hautfalten im Bereich der Kehle und des Bauches. Durch diese Falten kann das Maul extrem weit aufgesperrt und eine große Menge an Wasser aufgenommen werden, dass dann gefiltert wird. Auch das vertiefte Stirnbein oberhalb der Augen tauchte bereits bei den Arten vor 15 Millionen Jahren auf. Diese Tatsache stützt die These, das diese Arten bereits Filtrierer waren. Der Buckelwal (Megaptera novaeangliae) gehört entwicklungstechnisch zu den jüngsten Bartenwalen. Eine Sonderstellung bilden die heutigen Grauwal (Eschrichtius robustus). Er scheint mit keinen anderen rezenten Bartenwal näher verwandt zu sein. Auch die historischen Verwandtschaftsverhältnisse liegen noch weitestgehend im Dunkeln. Ähnliches gilt für die Glattwale (Balaenidae), deren Entwicklungsgeschichte noch nicht abschließend erforscht ist. Fest steht nur, dass Glattwale ihren Ursprung vor rund 22 Millionen Jahren in dem Merenocetus haben.

Die Zahnwale nutzen für das Aufspüren von Beutetieren die Echolokation. Damit haben Zahnwale einen völlig anderen Weg als die Bartenwale eingeschlagen. Fossile Zahnwale wurde weltweit gefunden. Die Hochphase ihrer Entwicklung begann wahrscheinlich vor 22 bis 20 Millionen Jahren und mündete in der heutigen Artenvielfalt. Die meisten prähistorischen Arten wiesen eine delfinartige Form und Größe auf. Zum gleichen Zeitpunkt traten auch die ersten Pottwale (Physeteridae) in Erscheinung, die abweichend von der großen Artenvielfalt schon eine enorme Größe aufwiesen. Der Pottwal (Physeter catodon) existiert demnach seit gut 20 Millionen Jahren. Vom Pottwal gibt es auch einige fossile Belege, vom Zwergpottwal (Kogia breviceps) fehlt hingegen jeglicher fossiler Nachweis. Die heutigen Delfine (Delphinidae) haben sich vor rund 12 Millionen Jahren aus den Kentriodontidae entwickelt. Gleiches gilt für die Schweinswale (Phocoenidae) und Gründelwale (Monodontidae).
Weißwal (Delphinapterus leucas)
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Weißwal (Delphinapterus leucas)
Delfine gehören heute zu der artenreichsten Familie innerhalb der Zahnwale. Schweinswale (Phocoenidae) haben sich vor rund 10 Millionen Jahren von den Delfinen abgespalten. Die Loslösung der Gründelwale (Monodontidae) erfolgt vor 12 bis 10 Millionen Jahren. Flussdelfine wie die Amazonasdelfine (Iniidae) sind nicht näher mit den heutigen im Meer lebenden Delfinen verwandt. Ihr ähnlicher Körperbau lässt sich jedoch mit der konvergenten Evolution erklären. Man vermutet bei den Flussdelfinen eine Verwandtschaft mit dem Squalodon.

Beschreibung

Allgemeines

Im Laufe einer sehr langen Entwicklungszeit von mehr als 40 Millionen Jahren haben sich Wale vollständig an das Leben im Meer angepasst. Trotz der weitreichenden Anpassungen weisen Wale viele ähnliche Merkmale mit an Land lebenden Säugetieren (Mammalia) auf. Dazu gehören die rudimentäre Behaarung, ein Herz bestehend aus vier Kammern, Brustdrüsen und eine Plazenta bei weiblichen Walen sowie die drei winzige Ohrknöchelchen im Mittelohr, die im einzelnen als Hammer (Malleus), Amboss (Incus) und Steigbügel (Stapes) bezeichnet werden. Das Vorhandensein dieser Merkmale deutet immer auf eine enge Verwandtschaft mit Säugetieren hin. Andere Merkmale wie die stromlinienartige Körperform sind nicht historisch bedingt, sondern eine funktionelle Zwangsläufigkeit. Es stellt sich jedoch die Frage, warum sind Wale teilweise so groß geworden? Der größte Wal der Erde und zugleich das größte Tier, dass jemals auf der Erde lebte, ist der Blauwal (Balaenoptera musculus). Mit seiner enormen Länge von bis zu 33 Metern und einem Gewicht von 180 oder mehr Tonnen könnte der Blauwal an Land nicht existieren. Sein eigenes Gewicht würde ihn förmlich erdrücken. Im Wasser spielt die Größe hingegen nur eine untergeordnete Rolle. Der Hauptgrund für die gigantische Größe dürfte die Reduktion des Verhältnisses der Körperoberfläche zum Körpervolumen sein. Die Gründe liegen auf der Hand. Durch das hohe Körpervolumen kann ein Blauwal seine Körpertemperatur im kalten Wasser aufrechtzuhalten.

Körperbau und -form

Der Körperbau und die Körperform sind optimal an das Leben im Wasser angepasst. Wale und vor allem Delfine sind schnelle und effektive Schwimmer. Vertikale Bewegungen der Schwanzflosse, die auch Fluke genannt wird, sorgen für Vortrieb. Die Steuerung erfolgt über die Brustflossen, die sogenannten Flipper. Die Körperform der Wale ermöglicht den optimalen Vorbeifluß von Wasser. Es existieren keine äußeren Hemmnisse, die den Fluss des Wassers beeinträchtigen könnten. So verfügen Wale über keine außenliegenden Extremitäten, über keine äußeren Lippen sowie keine außen liegenden Ohren.

Fluke des Buckelwals (Megaptera novaeangliae)
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Fluke des Buckelwals (Megaptera novaeangliae)

Kopf, Körper und Flossen

Die einzelnen Familien lassen sich leicht an der Form des Kopfes erkennen. Bartenwale sind in der Regel an einem sehr lang gestreckten Oberkiefer zu erkennen. Der Kopf ist in der Regel flach gehalten und es sind zwei Blaslöcher vorhanden. Der Oberkiefer ist bei allen Vertretern dieser Unterordnung Träger der Barten. Zahnwale verfügen über einen eher engen und gerade geformten Oberkiefer. Ein weiteres Merkmal ist die mehr oder weniger stark ausgeprägte Melone, die sich oberhalb der Augen befindet. Zahnwale verfügen im Gegensatz zu Bartenwalen nur über ein Blasloch. Bei vielen Delfinen endet der Kopf schnabelartig. Der Unterkiefer bei Bartenwalen ist deutlich größer als bei Zahnwalen. Furchenwale weisen innerhalb der Bartenwale eine Besonderheit auf. Ihre Kehle ist durch lange Furchen geprägt. Durch diese Furchen kann die Kehle stark erweitert werden und ermöglicht so die Aufnahme großer Mengen Wasser. Bei den meisten Walen sind die Augen im Verhältnis zur Kopfgröße sehr klein. Sie liegen grundsätzlich seitlich am Kopf. Die internen Ohren liegen hinter den Augen, meist auf halber Strecke zu den Brustflossen. Die Brustflossen liegen ventrolateral knapp hinter dem Kopf im ersten Körperdrittel. Im Verhältnis zwischen Körperlänge und der Länge der Brustflossen verfügen Buckelwale (Megaptera novaeangliae) in der Ordnung der Wale über die längsten Brustflossen.
Rückenfinne des Buckelwals (Megaptera novaeangliae)
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Rückenfinne des Buckelwals (Megaptera novaeangliae)
Sie erreichen eine Länge von über 450 Zentimetern, also rund ein Drittel der Körperlänge und gelten als die längsten Extremitäten innerhalb der Wirbeltiere. Die meisten Walarten verfügen dorsal über eine mehr oder weniger große Rückenfinne, die eine sichelartige, dreieckige oder gerundete Form aufweisen kann. Die Rückenflosse wird nicht durch eine knöcherne Struktur in Form gehalten, sondern durch verhärtetes Bindegewebe. Die Haut ist glatt und bei allen Arten haarlos. Unter der Haut befindet sich eine zum Teil dicke Speckschicht, die der Thermoregulierung dient. Unterhalb der Speckschicht befindet sich die Muskelmasse in Form der Hauptmuskulatur.

Schädel und Skelett

Das Skelett einzelner Walarten unterscheidet sich zum Teil stark voneinander. Am deutlichsten sind die Unterschiede im Bereich des Schädels und des darunter liegenden Gewebes zwischen Barten- und Zahnwale. Trotz der großen Unterschiede kann man die Schädel aller Wale auf einen gemeinsamen Typen zurückführen. Im Laufe der Evolution haben die Schädel einen Prozess durchgemacht, der als "Zusammenschieben" betrachtet werden kann. Dabei überlagern einige Teile des Schädels andere. Zwischen Barten- und Zahnwalen bestehen dabei gravierende Unterschiede, auf die im folgenden eingegangen wird. Bei den Zahnwalen hat sich eine deutliche Verschiebung der Hauptknochen nach hinten und oben ergeben. Die Hauptknochen liegen bei allen rezenten Arten, meist asymmetrisch, quer über die Vorderseite des Schädelkastens. Die Vermutung liegt nahe das diese Verschiebung in Verbindung mit der Entwicklung der Echolokation zu sehen ist. Die zurückgewanderten Kieferknochen stützen dabei die großvolumige Gesichtsmuskulatur und laufen im Bereich des Nasenloches zusammen. Hier sind sie in einer Reihe von Diverticula (Säcke) im weichen Gewebe der Nasengänge zwischen dem Blasloch und den Nasenbeinöffnungen des Schädels verbunden. Die Ohren weisen eine starke Erweiterung der Mittelohrhöhle und Ausbuchtungen an der Schädelbasis auf. Man glaubt, dass diese Nebenhöhlen dem Druckausgleich beim Tauchen dienen. Der Ohrknochen, das Gehör und das Gleichgewichtsorgan werden vom Periotic getragen. Das Periotic weist keine feste Verwachsung mit der Schädelbasis auf, sondern lagert beweglich auf dem Bindegewebe. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Schallwellen werden so nicht vom Ohr aus in die Knochenstruktur übertragen und funktioniert sozusagen als Schalldämpfer. Wie genau die Schallübertragung funktioniert, ist noch nicht ausreichend erforscht. Man glaubt, dass die Übertragung der Schallwellen auf die Ohrknöchelchen über Fettgewebe erfolgt und von dort aus in das Mittelohr übertragen werden.

Die Kiefer sind arttypisch unterschiedlich ausgeprägt. Eine gemeinsame Basis ist jedoch in der geraden Bauweise zu finden. Der Name Zahnwal sagt es schon aus: alle Zahnwale verfügen über Zähne. Die Zähne unterscheiden sich jedoch grundlegend von denen anderer Säugetiere.
leicht geöffnetes Maul eines Buckelwals (Megaptera novaeangliae)
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leicht geöffnetes Maul eines Buckelwals (Megaptera novaeangliae)
Bei den meisten Arten sind die Zähne konisch geformt. Die Anzahl der Zähne ist meist deutlich höher als bei an Land lebenden Säugern. Ein Zahnwechsel erfolgt bei Zahnwalen nicht. Ein weiterer Unterschied besteht bei den Zähnen der Zahnwale in der homodonten Bauweise, die sich grundlegend von der heterodonten Bauweise anderer Säuger unterscheidet. Gekaut kann mit diesen konisch geformten Zähne nicht. Sie dienen im wesentlichen nur dem Greifen und Festhalten von Beutetieren. Nahrung wird grundsätzlich im ganzen Verschlungen, allenfalls vorher in mundgerechte Stücke gerissen.

Der Oberkiefer der Bartenwale ist üblicherweise flach und breit geformt. Die Hauptknochen des Oberkiefers tragen dabei die aus Hornplatten bestehenden Barten. Mit diesen Barten filtern Bartenwale Kleinstlebewesen aus dem Wasser. Je nach Art können die Barten durchaus sehr lang sein. Besonders lang sind die Barten bei den Glattwalen (Balaenidae), ihr Oberkiefer weist zudem eine deutliche Wölbung auf. Die Barten der Furchenwale (Balaenopteridae) sind deutlich kürzer und die Oberkieferknochen weisen eine flache Form auf. Die einzelnen Knochen des Oberkiefers sind flexibel miteinander verbunden. Ähnliches gilt für die Verbindung des Oberkiefers mit dem Schädel. Der Unterkiefer weist weder Zähne noch Barten auf. Auch hier zeigt sich im Bereich der Unterkieferbögen eine flexible Verbindung.

Die Halswirbel aller Wale sind ausgesprochen kurz und zum Teil miteinander verwachsen. Dadurch ergibt sich nur eine bedingte Beweglichkeit des Kopfes. Das Skelett der Wale erfüllt im wesentlichen nicht die Stützfunktion des Körpers wie es bei an Land lebenden Säugern der Fall ist. Daher sind vor allem die Rippen nur schwach und zum Teil filigran ausgebildet. Es fehlt in der Regel zudem eine feste Verbindung zwischen Rippen und Wirbel oder Brustbein. Diese Tatsache erklärt auch den Umstand, warum Wale beim Stranden am eigenen Gewicht ersticken und sterben. Die Anzahl der Wirbel der Wirbelsäule variiert je nach Art zum Teil sehr stark. Ein Beckengürtel ist bei allen Arten nur noch rudimentär vorhanden und ohne jegliche Funktion. Das Schulterblatt ist hingegen kräftig entwickelt. Hier sitzen die gut entwickelten Brustflossen. Die von außen nicht sichtbaren Finger betragen artabhängig vier oder fünf Finger.

Innere Organe

Bei allen Walen befindet sich das Blasloch auf der Oberseite des Kopfes. Von hier aus verläuft die Luftröhre bis zu den Lungen. Die Lungen liegen unmittelbar neben dem Herzen. Bei den Bartenwalen befinden sich im Bereich des Blasloches Geruchs- und Sinneszellen. Sie weisen jedoch nur eine untergeordnete Funktion auf. Bei Zahnwalen fehlen derartige Sinneszellen völlig. Das Gehirn ist bei Walen ausgesprochen groß, wenn man es ins Verhältnis zur Körpergröße setzt. Das Gehirn wird jedoch nicht wie bei anderen Säugetieren über eine Halsschlagader mit Blut versorgt, sondern über das sogenannte Wundernetz oder auch Retia mirabilia. Das Wundernetz ist ein Geflecht feinster Arterien. Der Magen kann sich je nach Art unterscheiden und weist bei einigen Arten mehrere Kammern auf. Diese Ähnlichkeit mit den Huftieren dürfte mit einer konvergenten Evolution zu erklären sein, da die verschiedenen Kammer eine andere Funktion erfüllen als die Magenkammer beispielsweise einer Kuh. Innere Organe wie Gallenblase und Blinddarm fehlen bei allen Arten.

Besonderheiten der Zahnwale

Die Zähne sind bei den einzelnen Zahnwal-Arten höchst unterschiedlich ausgeprägt. Die Zähne sind vor allem bei den höher entwickelten Arten einfach ausgeprägt und verfügen über eine Wurzel und eine konisch geformte Krone. Andere Arten haben ihre Zähne völlig verloren und weisen in den Kiefern lediglich hornartige Verdickungen auf.
Stoßzahn aus Elfenbein: Narwal (Monodon monoceros)
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Stoßzahn aus Elfenbein: Narwal (Monodon monoceros)
Zahnwale haben eine außerordentlich große Vielfalt an Größen, Formen und Lebensweisen entwickelt. Auch eine Vielzahl an Lebensräumen wird besiedelt. Einige Arten leben ausschließlich auf dem Meer, andere leben eher in Küstennähe, wieder andere haben sich dem Leben im Süßwasser angepasst. Dem Leben im Süßwasser oder Brackwasser haben sich insgesamt vier Familien angepasst, zu denen die Amazonasdelfine (Iniidae), die La-Plata-Delfine (Pontoporiidae), die Chinesischen Flussdelfine (Lipotidae) sowie die Gangesdelfine (Platanistidae) gehören. Einige der Arten in diesen Familien können sowohl in Salz- als auch Süßwasser leben.

Die größte Anpassung haben Zahnwale in Bezug auf ihre Nahrung durchgemacht. Zahlreiche Arten haben vielfältige und spezialisierte Anpassung durchgemacht. Dieses hat sie nicht selten in Konflikt mit der Fischerei gebracht, denn viele Beutetiere der Zahnwale stehen auch auf der Wunschliste des Menschen. Oftmals stehen die Meeressäuger aber auch selbst im Fokus des Interesses. Vor allem der Pottwal (Physeter catodon) wurde über Jahrhunderte stark bejagt und an den Rand der Ausrottung gebracht. Begehrt war insbesondere das Öl. Das Fleisch wurde meist zu Tiernahrung verarbeitet. Viele Zahnwalarten werden aber auch heute noch gejagt. Die Japaner gehören dabei zu den eifrigsten Waljägern, die mit ihren Flotten weltweit auf Jagd gehen. Ähnlich wie bei den Elefanten hat man es beim Narwal (Monodon monoceros) auf das Horn abgesehen, das aus Elfenbein besteht. Viele Zahnwalarten geraten heute jedoch als Beifang in die Netze. Dies ist beispielsweise in der Thunfischfischerei der Fall. Andere Arten, dazu gehören beispielsweise die in Flüssen lebenden Arten, sind durch Umwelteinflüsse zum Teil stark bedroht oder stehen kurz vor der Ausrottung. Der Chinesische Flussdelfin (Lipotes vexillifer) gilt als bereits ausgerottet.

Besonderheiten der Bartenwale

Bartenwale haben sich mit ihrem Filterapparat ganz besonders an eine spezielle Nahrung angepasst. Anders als Zahnwale, die entweder über Zähne oder verhornte Kiefer verfügen, dienen bei den Bartenwalen die Barten, die veraltet auch als Walbein bezeichnet werden, der Nahrungsgewinnung. Auch Bartenwale kommen in unterschiedlichen Größen und Formen vor. Zu ihnen gehören wahre Giganten wie der Blauwal (Balaenoptera musculus). Umso erstaunlicher ist, dass selbst Blauwale sich nur von Kleinstlebewesen ernähren, von denen sie allerdings mehrere Tonnen am Tag verschlingen.

Die Barten bestehen im wesentlichen aus hornartigen Lamellen, die im Bereich des Oberkiefers wie eine Gardine nach unten hängen. Die Barten sind an der Innenseite, also zum Schlund hin, stark ausgefranst. Die Ausfransung kann bei den einzelnen Arten und der bevorzugten Nahrung stark variieren. Barten bestehen ähnlich wie die Haare und Nägel beim Menschen aus Keratin. Zahnwale gehen zum Teil auf einzelne Beutetiere auf Jagd. Dieses funktioniert bei Bartenwalen natürlich nicht. Sie sind auf große Ansammlungen von Beutetieren angewiesen. Bartenwale sind auf der Suche nach großen Planktonschwärmen, in denen sich zum Teil Milliarden von Kleinstlebewesen tummeln. Derartige Schwärme sind hauptsächlich in den oberen Wasserschichten, meist sogar unmittelbar unterhalb der Wasseroberfläche, anzutreffen. Bartenwale weisen bei weitem nicht die Artenvielfalt wie Zahnwale auf. Dazu gehören die Familien der Glattwale (Balaenidae), der Zwergglattwale (Neobalaenidae) sowie der Furchenwale (Balaenopteridae). Nicht wenige Forscher sehen den Grauwal (Eschrichtius robustus) in einer separaten, vierten Familie. Ansonsten ist der Grauwal den Furchenwalen zugeordnet.

Glattwale (Balaenidae) weisen von allen Bartenwalen die längsten Barten auf. Die Barten sind zudem extrem fein gefranst. Diese Tatsache weist auf die Nahrung hin: Glattwale ernähren sich von winzigen Ruderfußkrebsen (Copepoda) und anderen sehr kleinen Krebstieren (Crustacea).
Finne eines: Nördlichen Zwergwal (Balaenoptera acutorostrata)
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Finne eines: Nördlichen Zwergwal (Balaenoptera acutorostrata)
Zu dieser Gruppe gehören unter anderem der Atlantische Nordkaper (Eubalaena glacialis) und der Südkaper (Eubalaena australis). Bei der Nahrungsaufnahme schwimmen Glattwale mit nur leicht geöffnetem Maul durch das Wasser. Beim Ausströmen aus dem Maul bleibt die Nahrung an den feinen Barten hängen. Dieses ist der größte Unterschied zu den Furchenwalen, die ihr Maul bei der Nahrungsaufnahme weit öffnen müssen und daher im Kehlbereich über tiefe Furchen verfügen, die das Aufsperren erst ermöglichen. Die zweite Gruppe bilden die Furchenwale (Balaenopteridae). Das markanteste Merkmal sind die tiefen Furchen im Kehl- und Bauchbereich. Diese Furchen ermöglichen es, das Maul sehr weit aufzusperren und den Kehlkopf zu blähen. Größenmäßig sind in dieser Familie sowohl mit dem Blauwal (Balaenoptera musculus) der größte rezente Wal als auch ein kleiner Vertreter wie der Nördliche Zwergwal (Balaenoptera acutorostrata) oder der Südliche Zwergwal (Balaenoptera bonaerensis) vertreten. Eine weitere Gruppe der Bartenwale ist die Familie der Zwergglattwale (Neobalaenidae) zu der nur der Zwergglattwal (Caperea marginata). Er ist in dieser Familie monotypisch. Er bleibt mit einer Länge von lediglich fünf bis sechs Metern deutlich kleiner als die Vertreter der Glattwale (Balaenidae). Über diese Art ist kaum etwas bekannt. Erst vor ein paar Jahren hat man unter anderem den Gesang der Zwergglattwale erforscht. Neben der Größe ist ein weiteres Unterscheidungsmerkmal die Rückenfinne, die den Glattwalen fehlt. Einige Forscher setzen den Grauwal in eine separate Familie und stellen ihn den Furchenwalen gleich. Andere Forsche ordnen den Grauwal innerhalb der Furchenwale ein.

Sinnesorgane

Tastsinn
Der Tastsinn erfolgt über in der Haut liegenden Nervenenden. Von hier aus gelangen Impulse über das zentrale Nervensystem ins Gehirn und können dort verarbeitet werden. Einige Walarten verfügen im Bereich der Kiefer über spezielle Nervenzellen, über die niederfrequente Töne und Vibrationen wahrgenommen werden können. Über ähnliche Nervenzellen wird auch der Druck gemessen. Im Bereich der Nasenlöcher dienen spezielle Nervenzellen der Druckmessung. So weiß ein Wal, wann das Nasenloch freiliegt und es geöffnet werden kann. Unter Wasser sind die Nasenlöcher mithilfe von kräftigen Muskeln stets verschlossen.

Sehsinn
Nicht nur der Körper, sondern auch der Sehsinn hat im Laufe der Evolution weitreichende Anpassungen durchgemacht. Wale können sowohl unter als auch über Wasser sehen. Dies ist umso erstaunlicher, da sich Licht unter Wasser deutlich langsamer ausbreitet. Ohne eine physiologische Anpassung war dies jedoch nicht möglich. Die Augen sind von kräftigen Muskeln umgeben, die die Form der Linse je nach Anforderung verändern können. Um in großen Tiefen das in geringen Mengen vorhandene Licht effektiv zu nutzen, verfügen Wale über sehr große Pupillen. Sie sind in der Lage auch bei wenig Licht dieses einzusammeln und zu verarbeiten. An der Wasseroberfläche verengen sich die Augen einem schmalen Schlitz, um die Lichtmenge zu kontrollieren. Die Augen sitzen bei allen Walarten seitlich am Kopf. Daher ist eine Sicht nach vorne nicht möglich. Objekte werden zumeist nur mit einem Auge begutachtet. Die Augen sind in der Lage, nahe als auch entfernte Objekte zu fokussieren. Man hat festgestellt, dass vor allem Delfine ein weites Spektrum an Farben aufweisen und diese auch erkennen können. Dies ist umso erstaunlicher, da insbesondere Rot und Gelb unter Wasser nach wenigen Metern von der Umgebung absorbiert werden. Ob jedoch alle Walarten diese Fähigkeit besitzen ist unbekannt. Nachgewiesen ist es nur bei Delfinen.

Geruchs- und Geschmackssinn
Über den Geschmackssinn werden chemische Informationen ausgewertet, die im Wasser gelöst sind. Wasser ist ein ausgezeichneter Träger für Subtanzen aller Art. Selbst kleinste Konzentrationen können über den Geruchs- und Geschmackssinn wahrgenommen werden. Sowohl der Geruchs- als auch der Geschmackssinn spielen eine außerordentlich wichtige Rolle beim Beuteerwerb und bei der Fortpflanzung. Anders als der Sehsinn spielen der Geruchssinn und der Geschmackssinn an der Wasseroberfläche keine Rolle mehr. Die olfaktorischen Sinneszellen (Rezeptoren) erfüllen ihren Zweck nur unter Wasser. Aber auch innerhalb der Wale gibt es zum Teil große Unterschiede. So verfügen Bartenwale über deutlich mehr olfaktorischen Rezeptoren als Zahnwale. Bei Zahnwalen spielt hingegen die Echolokation eine deutlich größere Rolle. Zahnwale, insbesondere Delfine, verfügen auf der Zunge über zahlreiche Geschmacksknospen, mit denen sie wahrscheinlich gut schmecken können. Dies verdeutlicht sich besonders an der Tatsache, dass Delfine keine toten Fische fressen. Sie überprüfen über den Geschmackssinn offensichtlich die Genießbarkeit von Nahrung.

Gehör
Wale verfügen über keine äußeren Ohren. Sichtbar ist lediglich ein kleines Loch unmittelbar hinter den Augen. Je nach Art weist ein solches Loch nur einen Durchmesser von wenigen Millimetern auf. Bei Bartenwalen ist das kaum sichtbare äußere Ohr mit einem hornartigen Wachspfropfen verschlossen. Ein solcher Pfropfen fehlt den Zahnwalen völlig. Der innenliegende Ohrkanal ist bei Zahnwalen offen und demnach mit Wasser gefüllt. Inwieweit sich der Hörvorgang bewerkstelligt ist weitestgehend noch unerforscht. Es gibt verschiedene, zum Teil sehr kontroverse Theorien. Der Verlust eines äußeren Ohres dürfte jedoch keinen Einfluss auf das Hörvermögen haben, da sich der Schall im Wasser fünfmal schneller fortpflanzt. Da sich Schall nur sehr begrenzt zwischen Wasser und Luft fortsetzen kann, ist davon auszugehen, dass sich im Innern des Ohres keine Luft befindet.

Echolokation bei Zahnwalen
Die Echolokation funktioniert ähnlich wie bei Fledermäusen (Microchiroptera) oder dem Nilflughund (Rousettus aegyptiacus). Die Echolokation beruht auf aktiver Aussendung von breitbandigen Impulsen, die auch als Klicks bezeichnet werden. Ausgewertet wird das Echo, das von Hindernissen zurückgeworfen wird. Natürliche Hindernisse können Felsen oder Steine, der Meeresboden aber natürlich auch Fleischfresser und Beutetiere sein. Die breitbandigen Impulse können sowohl aus niederfrequenten als auch aus hochfrequenten Tönen bestehen. Mit Hilfe der Echolokation kann sich ein Zahnwal, beispielsweise ein Delfin, selbst bei absoluter Dunkelheit oder im trüben Wasser orientieren. Ausgesendet werden die Schallwellen von der Melone im Stirnbereich. Innerhalb dieser Melone befindet sich Fettgewebe, das die Schallwellen bündelt und aussendet. Die Strahlen formieren sich mehr oder weniger zu einem Richtstrahl. Durch das Echo kann ein Zahnwal die Richtung, die Entfernung und sogar die Größe bestimmen. Selbst die Zusammensetzung kann erkannt werden. Bartenwale verfügen über keine Möglichkeit der Echolokation.

Magnetischer Sinn
Bei Walen stellt sich die Frage, wie sie sich in den Weiten der Weltmeere orientieren und zum Teil immer die gleichen Routen schwimmen können. Man glaubt, dass es sich hierbei um eine Art magnetischen Sinn handelt. Dabei werden offensichtlich Richtungsinformationen vom Magnetfeld der Erde ausgewertet. Die Informationen werden über winzige Magnetitkristalle in dem äußeren Gewebe der Gehirne erfasst und vom Gehirn selbst ausgewertet. Zusammen mit geomagnetischen Anomalien verfügt ein Zahnwal so über eine Art Landkarte. Störungen dieser Sinnesleistung kann zu Strandungen führen.

Lebensweise

Wale leben im allgemeinen in kleinen bis mittelgroßen Schulen. Sie gelten also als ausgesprochen gesellig. Je nach Art unterscheidet sich natürlich die Art und Weise des Zusammenlebens. Einige Arten sind ausgesprochen gesellig, andere eher weniger. Buckelwale sind beispielsweise nur wenig gesellige Meeressäuger, die einzelgängerisch oder in kleinen Gruppen leben.
Schule mit Kurzflossen-Grindwalen (Globicephala macrorhynchus)
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Schule mit Kurzflossen-Grindwalen (Globicephala macrorhynchus)
In den Fressgründen kann es aber durchaus auch zur Bildung größerer Gruppen kommen. Ähnlich verhält es sich bei den Atlantischen Nordkapern, jedoch ist das Sozialsystem bei ihnen nur wenig erforscht und vieles liegt noch im Dunkeln. Bekannt ist hingegen, dass sie für gewöhnlich in kleinen Schulen von zwei bis acht, selten bis zwölf Individuen leben. Ältere Bullen sind auch einzelgängerisch anzutreffen. Die Gruppen der Wale sind in der Regel gemischtgeschlechtlich, es können bei einigen Arten jedoch auch getrenntgeschlechtliche Gruppen auftreten. Der Große Schwertwal ist ein sehr geselliger und familienorientierter Meeressäuger. Er lebt in großen Gruppen, die allgemein als Schule bezeichnet werden. Eine Schule wird von einem älteren, dominanten Weibchen angeführt. Eine Schule besteht aus einem Männchen, einer Vielzahl Weibchen sowie deren noch nicht geschlechtsreifen Nachwuchs. Die Größe einer Schule kann dabei leicht aus über 40 oder 50 Individuen bestehen. Gemeine Delfine sind ebenfalls sozial ausgerichtete Meeressäuger. Sie leben in größeren Schulen und sind nur selten einzelgängerisch anzutreffen. Dies gilt auch für die Nahrungssuche, die grundsätzlich in Gruppen stattfindet. Die Schulen können eine Größe von 30 bis 100 oder gar einigen Tausend Tiere aufweisen. Die Größe einer Schule kann jahreszeitlich und saisonal schwanken.

Nur wenige Walarten sind ausgesprochen standorttreu. Buckelwale sind keine sesshaften Tiere. Sie wandern jährlich zwischen den Nahrungsgründen und den Fortpflanzungshabitaten in den Tropen hin und her. In den tropischen Gewässern erfolgt auch die Geburt und die Aufzucht der Kälber. Dabei legen Buckelwale einige Tausend Kilometer zurück. Sie gelten als durchaus schnelle Schwimmer, die leicht eine Geschwindigkeit von über 25 km/h erreichen können. Die höchsten Geschwindigkeiten werden während der jährlichen Wanderungen erreicht. Die durchschnittliche Schwimmgeschwindigkeit liegt jedoch unter 10 km/h. Aber auch Grauwale wandern jährlich zwischen den Nahrungsgründen und den Fortpflanzungshabitaten in den Tropen hin und her. Dabei legen Grauwale einige Tausend Kilometer zurück.

Die Tauchzeiten sind je nach Art höchst unterschiedlich. Ein Buckelwal taucht bei der Nahrungssuche meist 25 bis 30 Minuten, Grauwale tauchen selten länger als 15 Minuten. Die Geselligkeit der meisten Walarten setzt sich auch bei der Nahrungssuche fort. Große Schwertwale gehen in Gruppen auf Nahrungssuche. Dazu wenden sie je nach ausgemachter Beute unterschiedliche Jagdstrategien an. Darauf wird im Kapitel Nahrung gesondert eingegangen.
verspielt: Rauzahndelfin (Steno bredanensis)
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verspielt: Rauzahndelfin (Steno bredanensis)
Große Schwertwale gehören in den Weltmeeren zu den intelligentesten Meeressäugern. Das drückt sich nicht nur in den Jagdmethoden aus, sondern auch im Sozialverhalten. Die Verspieltheit drückt sich bei vielen Delfinarten und einige Walarten in zum Teil hohe Luftsprünge aus. Teilweise können beispielsweise Delfine einige Meter aus dem Wasser herausspringen. Hinter den Sinn dieser Luftsprünge ist die Forschung bis heute noch nicht gekommen.

Der Kommunikation untereinander dienen bei Zahnwalen die bereits erwähnten Klicklaute. Bei Bartenwalen kommen niederfrequente Töne zum Einsatz. Atlantische Nordkaper produzieren dabei Töne in einer Frequenz zwischen von 50 bis 500 Hertz. Die Ausrufe können sich über eine Dauer von einer bis sechs Sekunden erstrecken. Beim Beutefang stoßen sie Laute aus, deren Frequenz bei zwei bis vier Kilohertz liegt. Unter allen Walen verfügt der Buckelwal über den ausgefeiltesten Gesang. Die vielschichtigen Gesänge ertönen vor allem während der Paarungszeit und stammen überwiegend vom Männchen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Gesänge insbesondere der Paarfindung dienen. Die Gesänge können sich je nach Region stark unterscheiden. Man geht davon aus, dass es sich dabei um eine Art Dialekt handelt. Die Gesänge bestehen im wesentlichen aus niedrigen Frequenzen und sind aufgrund der hohen Leitfähigkeit des Wassers über viele Kilometer zu hören. Messungen haben ergeben, dass die Töne von anderen Walen über Entfernungen von einigen hundert Kilometern wahrgenommen werden können. Die Gesänge der nördlichen und südlichen Populationen hören sich dabei völlig unterschiedlich an.

Verbreitung

Wale treten weltweit in allen Gewässern und Wasserzonen auf. Es werden sowohl arktische, antarktische, subarktische, subantarktische und gemäßigte als auch warmgemäßigte, subtropische und tropische Gewässer besiedelt. Bei vielen Arten kommt es zu jahreszeitlich bedingten Wanderungen, andere gelten als ausgesprochen sesshaft. In der Regel sind Wale nur in Salzwasser anzutreffen, einige Arten leben jedoch auch im Binnenland in Süßwasser. Wieder andere können auch in Brackwasser leben. Je nach Art sind für Wale vor allem Faktoren wie Wassertemperatur, Salzgehalt, Wassertiefe, die Topografie des Meeresbodens und natürlich auch das Vorhandensein geeigneter Nahrungsquellen wichtig.

Bartenwale leben sowohl in arktischen als auch in tropischen Gewässern. In den Tropen bringen Walkühe ihren Nachwuchs zur Welt. In den kalten Gewässern liegen ihre Nahrungsgründe. Zwischen den Nahrungs- und den Fortpflanzungsgründen liegen zum Teil 10.000 und mehr Kilometer. Unter den Bartenwalen lebt nur der Brydewal (Balaenoptera brydei) ausschließlich in tropischen Gewässern. Hier lebt er sowohl auf hoher See als und auch in Küstennähe. Andere Arten wie der Atlantische Nordkaper (Eubalaena glacialis) leben ausschließlich in kalten Gewässern. Zahnwale sind ebenfalls weltweit verbreitet. Einige Arten kommen weltumspannend in allen Gewässern vor, andere leben eingeschränkt in relativ kleinen Verbreitungsgebieten. Sehr weit verbreitet ist beispielsweise der Große Schwertwal (Orcinus orca). Er ist in allen Ozeanen sowie den größeren Meeren wie das Mittelmeer zu Hause. Das schließt sowohl arktische als auch tropische und subtropische Regionen ein. Ähnliches gilt für den Gemeinen Delfin (Delphinus delphis) oder den Rundkopfdelfin (Grampus griseus). Beide Arten kommen weltweit vor.

Je nach Art leben Wale in pelagischen Gewässern oder in Küstennähe. Einige Arten bewohnen dabei durchaus beide Lebensräume. Arten wie der Sotalia (Sotalia fluviatilis) haben sich an ein Leben in Süßgewässern und im Brackwasser angepasst. Der Sotalia ist mit seinen zwei Unterarten in Südamerika verbreitet. Der Amazonas-Sotalia (Sotalia fluviatilis fluviatilis) lebt im Amazonasbecken insbesondere in den Flüssen Amazonas, Rio Negro, Rio Madeira, Rio Xingu und Rio Tapajos. Guyana-Delfin (Sotalia fluviatilis guianensis) lebt in den marinen, küstennahen Gewässern von Mittelamerika bis zum nördöstlichen Südamerika. Andere Arten leben ausschließlich im Süßwasser. Dazu gehören zum Beispiel Gangesdelfine (Platanistidae) oder Chinesische Flussdelfine (Lipotidae).

Die längsten Wanderungen innerhalb der Ordnung der Wale unternehmen die Vertreter der Bartenwale (Mysticeti). Ausschlaggebend für die Wanderungen ist zum einen das Nahrungsangebot und die Fortpflanzungsaktivität. Ihre Hauptnahrung der Krill (Euphausiacea) kommt ausschließlich in den polaren Gewässern der nördlichen und südlichen Erdhalbkugel vor. In den kalten Gewässern kann der Nachwuchs nicht zur Welt gebracht werden. Daher ziehen Bartenwale zur Aufzucht ihres Nachwuchses in subtropische oder tropische Gewässer. Die Wanderungen verlaufen dabei immer in Nord-Süd-Richtung oder umgekehrt. Zwischen den Nahrungsgründen und den Paarungsgebieten wandern Buckelwale Jahr für Jahr viele tausend Kilometer hin und her. Dabei legen sie bis zu 10.000, in seltenen Fällen auch bis 16.000 Kilometer auf einer Strecke zurück. Buckelwale gehören somit zu den Säugetieren mit den weitesten Wanderungen. In den tropischen Gewässern erfolgt die Paarung, die Geburt des Nachwuchses und dessen Aufzucht. <1>

Prädatoren

Ausgewachsene Großwale haben im Grunde außer dem Menschen keine natürlichen Feinde. Jungtiere sowie alte, kranke oder geschwächte Tiere fallen gelegentlich Weißen Haien (Carcharodon carcharias) oder Großen Schwertwalen (Orcinus orca) zum Opfer. Kleinere Walarten oder Delfine werden gelegentlich auch von dem Kleinen Schwertwal (Pseudorca crassidens), dem Tigerhai (Galeocerdo cuvier) oder einem Bullenhai (Carcharhinus leucas) gefressen.

Parasiten

Die Parasiten der Wale werden nach der Art ihrer Ernährung unterschieden. Einige heften sich an die Haut des Wales und verbleiben hier zeitlebens, andere folgen den Walen in geringer Entfernung und profitieren als Schmarotzer vom Fangerfolg der Wale. Diese Wegbegleiter nennt man auch Kommensalen, ein Wal gilt dabei als Wirt, wobei dem Wal allerdings keine vor- oder nachteiligen Effekte entstehen. Man kann diese interspezifische Wechselbeziehung durchaus als Probiose bezeichnen. Am offensichtlichsten ist dabei die Wechselbeziehung zwischen einem Buckelwal und den Entenmuscheln (Pollicipes pollicipes). Sie haften fast am gesamten Körper, vorzugsweise jedoch im Kopfbereich rund um das Maul. Auch wenn es der Name vermuten lässt, Entenmuscheln sind keine Muscheln, sondern gehören innerhalb der Rankenfußkrebse (Cirripedia) zur Familie der Seepocken (Balanidae). Ähnlich wie der Buckelwal, so ernährt sich auch die Entenmuschel vom Plankton, das sie aus dem Wasser filtriert. Andere Parasiten wie Walläuse (Cyamidae), die vor allem bei Glattwalen (Balaenidae) vorkommen, setzen sich vorzugsweise in den Schwielen fest, da hier keine Wasserströmung herrscht. Sie ernähren sich von Algen, die sie von der Haut der Wale fressen. Im Grunde entsteht dem Wal in Interaktion mit der Wallaus auch kein Nachteil. Auch hier täuscht der Name über die tatsächliche Herkunft weg. Walläuse gehören nicht zu den Läusen, sondern zu den Flohkrebsen (Amphipoda). Aber auch Endoparasiten spielen eine durchaus große Rolle, die auch zu Erkrankungen oder gar zum Tode eines Wales führen können. Dazu gehören zahlreiche Spezies wie Bandwürmer (Cestoda), Kratzwürmer (Acanthocephala) und Schlauchwürmer (Nemathelminthes), die sowohl die Lunge und den Magen als auch die Eingeweide befallen können. Kratzwürmer leben in den Därmen, der Leber sowie in und an Bauchfellfalten innerer Organe und führen bei starkem Befall zum Tode.

Ernährung

In der Ernährung unterscheiden sich Bartenwale und Zahnwale erheblich. Bartenwale ernähren sich im wesentlichen von Kleinstlebewesen, die aus den Wasser filtriert werden. Dazu gehören beispielsweise Krill (Euphausiacea), Ruderfußkrebse (Copepoda),
Beliebte Snacks einiger Bartenwale sind Antarktischer Krill (Euphausia superba)
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Beliebte Snacks einiger Bartenwale sind Antarktischer Krill (Euphausia superba)
Vielborster (Polychaeta), Flohkrebse (Amphipoda), andere Höhere Krebse (Malacostraca) sowie kleine Weichtiere (Mollusca) und Fischeier. Der Buckelwal ist in Regionen, wo es an Kleinstlebewesen fehlt, auch in der Lage, kleine Fische zu fressen. Verschiedene Makrelenarten wie der Pazifische Makrelenhecht (Cololabis saira), die Sandaale (Ammodytidae) wie der Ammodytes americanus sowie der Atlantische Hering (Clupea harengus) stehen weit oben auf der Speisekarte. Mit Nahrung angereichertes Wasser strömt ins Maul und wird durch die Barten hinausgepresst. Die Nahrung wird durch die Barten zurückgehalten und verschlungen. Je nach Walart kommen verschiedene Jagdstrategien zum Einsatz. Beispielsweise tauchen Buckelwale unter einen Schwarm Fische und lassen Luftblasen in einem Ring um den Schwarm steigen. Die verängstigten Fische rücken näher zusammen und werden in großen Portionen vom Buckelwal verschlungen. An dieser Jagdmethode beteiligen sich immer mehrere Wale, einige die Luftblasen ablassen, andere die fressen und umgekehrt. Bei Schwärmen, die sich dicht unter der Wasseroberfläche befinden, schwimmen Buckelwale auf der Seite liegend mit geöffnetem Maul hinein. Diese Jagdmethode können auch einzelgängerisch lebende Buckelwale erfolgreich anwenden. Eine andere Methode zur Nahrungsgewinnung ist beim Grauwal das "Durchpflügen" des Meeresbodens. Dabei legt sich ein Grauwal auf die Seite und nimmt mit seinem Maul die Sedimente vom Meeresboden auf. Mit den Barten werden nun Kleinstleben aus dem Schlamm gefiltert.
Das große Fressen: Buckelwal (Megaptera novaeangliae)
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Das große Fressen: Buckelwal (Megaptera novaeangliae)
Zahnwale haben es auf deutlich größere Beutetiere abgesehen und jagen im Gegensatz zu den Bartenwalen auch einzelne Beutetiere. Beutetiere werden über Echoortung lokalisiert. Zahnwale senden Klicklaute aus und können so feststellen, wo sich Beutetiere befinden. Die meisten Zahnwale sind opportunistische Fleischfresser. Schweinswale (Phocoenidae) fressen beispielsweise Kopffüßer (Cephalopoda), Krebstiere (Crustacea) und kleinere Fische (Pisces). Dazu gehören je nach Vorkommen und Lebensraum Makrelen (Scomber), Kalmare (Teuthida), Meeräschen (Mugilidae), Scheinschnapper (Nemipteridae), Echte Kraken (Octopodidae), Sepien (Sepiida), Kardinalbarsche (Apogonidae), Stachelmakrelen (Carangidae), Heringe (Clupeidae), Meeraale (Congridae), Sardellen (Engraulidae), Ponyfische (Leiognathidae), Umberfische (Sciaenidae), Sägebarsche (Serranidae), Meerbrassen (Sparidae) und Medusenfische (Stromateidae). Größere Zahnwale wie der Pottwal machen hauptsächlich Jagd auf Kalmare (Teuthida) und hier vor allem auf Riesenkalmare (Architeuthis). Das haben Analysen der Mageninhalte von Pottwalen ergeben. Riesenkalmare können bis zu 15 Meter lang und bis zu einer halben Tonne schwer werden. Weißwale nehmen auch Muscheln (Bivalvia) und Schnecken (Gastropoda) zu sich. Die Tauchtiefen sind je nach Art höchst unterschiedlich. Einige Arten jagen im Bereich der Wasseroberfläche, andere Arten wie der Pottwal tauchen bis in Tiefen von gut 2.500 Metern und mehr. Dabei bleiben Pottwale bis zu 80 Minuten unter Wasser.

Rekordverdächtig sind auch Schnabelwale (Ziphiidae). Man geht davon aus, dass Schnabelwale während der Nahrungssuche durchschnittlich bis in Tiefen von 1.000 Metern und mehr hinab tauchen. Nachgewiesen ist beim Cuvier-Schnabelwal (Ziphius cavirostris) eine Rekordtiefe von gut 1.900 Metern. Beim Blainville-Schnabelwal (Mesoplodon densirostris) konnte eine Tauchtiefe von etwa 1.200 Metern nachgewiesen werden. Die durchschnittlichen Tauchzeiten liegen bei den Schnabelwalen zwischen 20 und 30 Minuten. Bei einem Entenwale (Hyperoodon) wurde eine Tauchzeit von 80 Minuten nachgewiesen und erreicht somit eine ähnlichen Tauchzeit wie der Pottwal. Schnabelwale (Ziphiidae) gehören somit zu den am längsten und tiefsten tauchenden Walarten.

Andere Arten wie der Große Schwertwal scheinen nahrungstechnisch eine Vorliebe für Meeressäuger entwickelt zu haben. Dabei machen sie sowohl auf kleine als auch auf große Meeressäuger Jagd. Man hat beobachtet, dass sie je nach Verbreitungsgebiet Seeotter (Enhydra lutris), Wale (Cetacea) und Delfine (Delphinidae),
Beliebte Snacks Großer Schwertwale sind  Suppenschildkröten (Chelonia mydas)
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Beliebte Snacks Großer Schwertwale sind Suppenschildkröten (Chelonia mydas)
, Hundsrobben (Phocidae), Ohrenrobben (Otariidae), Walrosse (Odobenidae) und sogar auch junge Blauwale. Jedoch können Schulen sich auf andere Nahrung spezialisiert haben. Das reicht von Fischen und Kopffüßern (Cephalopoda), über Meeresschildkröten (Cheloniidae) bis hin zu Seevögeln und in antarktischen Gewässern auch Pinguine (Spheniscidae). Bei der Jagd gehen Große Schwertwale immer in Gruppen auf Beutefang. Die Jagdstrategien richten sich dabei an der bevorzugten Beute aus. Bei Heringen (Clupeidae) werden beispielsweise die Schwärme von unten an die Wasseroberfläche gedrängt. Dabei lassen sie Luftblasen ab, die einen regelrechten Vorhang um die Fische bilden. Ist ein Schwarm zusammengetrieben, so schlagen die Schwertwale die Fische mit der riesigen Schwanzflosse bewusstlos und schwimmen dann mit offenem Maul in den Schwarm hinein. Dies wurde insbesondere vor der norwegischen Küste beobachtet. Im nordwestlichen Pazifik werden hingegen Kabeljau (Gadus morhua), ähnliche Fische und Kopffüßer (Cephalopoda) bevorzugt. An der nordöstlichen Küste Nordamerikas wird insbesondere Lachs gefressen. Ist ein Beutetier klein genug, so wird es im Ganzen verschlungen. Andernfalls wird die Beute in Stücke gerissen und häppchenweise verspeist. Es wurde beobachtet, das Große Schwertwale mit größerer Beute eine Zeit lang spielen können. Eine erbeutete Robbe wurde mehrmals aus dem Wasser geschleudert bevor sie endgültig getötet und gefressen wurde. In der Nähe von Stränden ist beobachtet worden, dass Schwertwale mit hoher Geschwindigkeit bis auf den Strand schwammen, um dort Robben (Pinnipedia) oder ähnliches zu erbeuten. Auch dies geschieht in der Regel kooperativ in einer Gruppe.

Fortpflanzung

Die Geschlechter sind nicht leicht zu unterscheiden. Aufgrund der Anpassungen an den Lebensraum Wasser liegen die sonst sichtbaren Geschlechtsteile in einer Bauchtasche, dem sogenannten Genitalschlitz. Bei beiden Geschlechtern ähnelt sich der Genitalschlitz mehr oder weniger stark. Als Unterscheidungsmerkmal kann jedoch der Abstand zwischen Genital- und Afterschlitz herangezogen werden. Die beiden schlitzartigen Öffnungen liegen beim Männchen deutlich weiter auseinander. Auch die Brustdrüsen des Weibchens kann man nur mit geübtem Auge erkennen. Auch sie liegen in Schlitzen verborgen. Bei einigen Arten zeigt sich ein sichtbarer Dimorphismus in der Größe, wobei ein Männchen deutlich größer wird. Dies ist beispielsweise bei Pottwalen der Fall. Beim Großen Schwertwal kann man das Männchen auch an der deutlich höheren Finne erkennen. In der Körperform oder in der Färbung der Haut zeigen sich bei allen Walarten keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Das Geschlechtsteil des Männchens, der Penis, liegt im Ruhezustand eingerollt in einer Art Tasche, die durch eine Vorhaut gebildet wird. Ein doppelstrangiger Retraktionsmuskel hält das Geschlechtsteil in der Tasche. Der Penis weist eine säulenartige Form auf und besteht im wesentlichen aus einem mehr oder weniger schwammigen Gewebe. Erst im Zuge der Erektion füllt sich der Schwellkörper mit Blut und versteift dadurch. Die Retraktionsmuskel lockern ihren "Griff" und lassen den Schwellkörper ausfahren. Die Hoden liegen innen in der Bauchhöhle, es fehlt dadurch ein außenliegender Hodensack (Skrotum). Wie bei allen Säugetieren werden die Spermien in den Hoden produziert und gelangen über die Nebenhoden in das Geschlechtsteil. Die endgültige Reife der Spermien erfolgt erst in den Nebenhoden. Die Geschlechtsorgane der weiblichen Wale ähneln im wesentlichen denen der anderen Säugetiere. Die Eierstöcke, von denen zwei vorhanden sind, liegen im Bereich der Magenhöhle. In den Eierstöcken (Ovar) reifen die Eizellen in einem Ovarialfollikel (Folliculus ovaricus) heran. Man spricht hier auch von kugeligen Eibläschen. Der Gebärmutterhals, der sogenannte Uterus-Hals, öffnen sich zur Scheide hin. Die Scheidenwand ist durch mehrere ringförmige Falten nahe des Gebärmutterhalses geprägt. Zur Paarungszeit bricht ein Follikel auf und die Eizellen wandern in den Eileiter.

Der Fortpflanzungszyklus unterscheidet sich je nach Art. Aufgrund der sehr langen Trage- und Säugezeit ergibt sich bei den meisten Walarten ein Paarungszyklus von zwei bis vier Jahre. Mit zunehmendem Alter nimmt die Schwangerschaftsrate immer weiter ab und kommt je nach Art zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr völlig zum erliegen. Vor allem Bartenwale weisen ein eindeutiges Fortpflanzungsmuster auf. Während sie im Sommer in den arktischen Gewässern in den Nahrungsgründen verweilen, ziehen sie zur Paarungszeit in tropische Gewässer.
Mutter mit Kalb: Grönlandwal (Balaena mysticetus)
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Mutter mit Kalb: Grönlandwal (Balaena mysticetus)
Dies ist auch bei vielen Zahnwalen der Fall. Die zum Teil sehr langen Fortpflanzungszyklen wirken sich natürlich auch auf die Bestände aus. Eine bedrohte Population erholt sich dann nur sehr langsam.

Werbeverhalten

Wale führen eine polygame Lebensweise, eine Bindung zwischen den Geschlechtern, die über den Paarungsakt hinausgeht, ist nicht vorhanden. Die Balz geht bei vielen Arten mit einer heftigen Umwerbung eines Weibchens einher. Unter den Bullen der Buckelwale kommt es dabei regelmäßig zu heftigen Rivalenkämpfen, die erbittert geführt werden. Die Gefechte der Bullen können durchaus mehrere Stunden andauern. Sie rammen dabei ihre Schädel in die Flanken des Gegners und teilen heftige Schläge mit den Flossen aus. Nicht selten verfolgen bis zu 20 Männchen ein Weibchen. <2> Beim Werbeverhalten spielt der Geruchssinn wie bei anderen Säugern nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr kommen bei den Walen spezielle Verhaltensmuster zum Tragen, speziell um die Paarungsbereitschaft zu signalisieren. Über die Dauer einer Kopulation liegen im wesentlichen fast keine Informationen vor, da Paarungen nur sehr selten beobachtet werden konnten. Es ist davon auszugehen, dass sich eine Kopulation zwischen wenigen Sekunden und wenigen Minuten erstreckt. Am meisten weiß man heute über das Fortpflanzungsverhalten von Delfinen, die in Gefangenschaft gehalten werden. Bei Großen Tümmlern erstreckt sich die Kopulation beispielsweise nur über wenige Sekunden.

Embryonale Entwicklung

Je nach Walart erstreckt sich die Tragezeit über durchschnittlich 10 bis 12 Monate. Bei einigen Zahnwalen kann sich die Trächtigkeit sogar über bis zu 18 Monate erstrecken. Beim Großen Schwertwal liegt die Tragezeit beispielsweise bei bis zu 16 Monaten. Eine sehr kurze Tragezeit von 9 bis 10 Monaten weist der Gewöhnliche Schweinswal (Phocoena phocoena) auf. Bei allen Walen läuft der Geburtsprozess ähnlich ab. Nachdem das Neugeborene den Uterus verlassen hat und ins Wasser gelegt ist, drückt die Mutter es umgehend an die Wasseroberfläche. In der Regel kommt der Nachwuchs mit dem Schwanz zuerst auf die Welt, seltener mit dem Kopf zuerst. Der Geburtsvorgang erstreckt sich allenfalls über wenige Minuten. Unmittelbar nachdem die Nabelschnur durchtrennt ist, muss das Neugeborene zum Atmen an die Wasseroberfläche. In aller Regel kommt es nur sehr selten zu Zwillingsgeburten. Sie sind, wenn auch selten, bereits dokumentiert. Der Nachwuchs ist bei der Geburt bereits weit und auch voll entwickelt. Er kann selbständig schwimmen und an der Wasseroberfläche atmen.

Das Geburtsgewicht und die Geburtslänge sind je nach Art sehr unterschiedlich. Das Kalb eines Blauwales (Balaenoptera musculus) weist bei einem Gewicht von gut 2.200 Kilogramm eine Länge von gut 7,5 Metern auf. Der Nachwuchs eines Gewöhnlichen Schweinswals (Phocoena phocoena) kommt hingegen gerade mal auf 9 Kilogramm und eine Länge von 70 Zentimeter. Gesäugt wird ein Kalb unter Wasser. Über die Brustdrüse wird die sehr fetthaltige Milch regelrecht durch Muskelkontraktion in das Maul eines Kalbes gepresst. Der Säugevorgang erfolgt in der Regel knapp unter der Wasseroberfläche. Auch wenn Kälber schon weit entwickelt zur Welt kommen, so sind sie jedoch vollständig auf den Schutz der Mutter angewiesen. Die Väter spielen im übrigen aufgrund der polygamen Lebensweise bei der Aufzucht des Nachwuchses keine Rolle. Innerhalb einer Herde sind nahe Verwandte der Mutter bei der Aufzucht jedoch behilflich. Dieses Verhalten belegt die hohe soziale Integrität innerhalb einer Herde. Die Säugezeit erstreckt sich je nach Walart über ein bis zwei Jahre. Nicht selten saugen Jungtiere noch bis zum sechsten Lebensjahr bei der Mutter, obwohl sie auf die Milch schon lange nicht mehr angewiesen sind.

Ökologie

Walfang

Der Walfang ist fast so alt wie die Menschheit, bzw. wie die seefahrende Menschheit. Anfangs hatte man es aufgrund nicht vorhandener Schiffe nur auf gestrandete Wale und Delfine abgesehen. Fossile Funde weisen hier auf einen Gebrauch von Walknochen und anderen Produkten aus Walen auf die Stein- und Bronzezeit hin. Zu den ersten aktiven Bejagungen wird es vor rund 2.000 Jahren gekommen sein. Am weitesten verbreitet ist die Waljagd vor allem bei den Inuit, den Eingeborenen rund um die arktischen Gewässer. Sie bejagen auch heute noch verschiedenste Walarten. Im Grunde jedoch ohne kommerziellen Hintergedanken, sondern nur zum Nahrungserwerb. Inuit jagen Wale meist mit Harpunen von Kajaks aus. Großwale wurden vom Menschen wahrscheinlich schon vor rund 800 Jahren in Spanien kommerziell gejagt. Über viele Jahrhunderte wurden Wale mit primitiven Harpunen gejagt. Nicht selten wurden Wale nur verletzt und konnten entkommen. Ein qualvolles Verbluten war meist die Folge.

Verwertet werden fast alle Teile der Wale. Begehrt war vor allem der Speck, aus dem Öl gewonnen werden konnte. Das Öl diente vor allem der Befeuerung von Öllampen. Aber auch das Fischbein und Fleisch waren und sind begehrt. Der Waltran der Pottwale wurde in der Herstellung von Margarine, Kerzen, Poliermitteln, Lippenstifte und andere Kosmetika sowie Seife verwendet. Zähne und Knochen wurden im Kunsthandwerk geschätzt und zu allerlei Krimskrams verarbeitet. Aus den Eingeweiden der Pottwale gewann man das sehr wertvolle Ambra, das insbesondere zur Parfümherstellung verwendet wurde. Heute werden die meisten Produkte synthetisch hergestellt und man ist nicht mehr auf die Walprodukte angewiesen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Bejagung massiv ausgeweitet und erreichte durch neue Fangmethode ihren Höhepunkt. Dies hatte zur Folge, dass viele Arten selten wurden und binnen kurzer Zeit vor der Ausrottung standen. Heute ist der Walfang weitestgehend verboten. Gefangen werden Wale nur noch unter dem Deckmantel der Forschung. Aber auch das Fleisch dieser Wale landet letztlich auf den Tellern der Konsumenten.

Weitere Gefahren

In den letzten Jahrzehnten hat die Verschmutzung der Gewässer, insbesondere die der großen Ozeane und Meere und der Küstengewässer, dramatisch zugenommen. Da wird nicht nur Altöl verklappt, sondern über die Flüsse auch PCB, DDT und andere Gifte in die Meere eingeleitet. Insbesondere in den Bereichen mit hoher Siedlungsdichte an den Küsten sieht es besonders schlecht aus. Die Gifte wirken sich entweder direkt auf die Wale aus oder indirekt über deren Nahrung. Die Gifte und Schwermetalle werden natürlich auch von Fischen aufgenommen, die die Nahrungsgrundlage für die Buckelwale bilden. Insgesamt sind die nördlichen Populationen deutlich stärker gefährdet als die Populationen in südlichen Verbreitungsgebieten. Heute werden immer mehr Stimmen laut, man müsse Wale stärker bejagen, da man der Meinung ist, die schön gerechneten Populationen der Wale wären zu hoch und würden eine Überfischung der Weltmeere auslösen. Jedoch hat die Überfischung der Meere einzig und alleine der Mensch mit seiner Gier zu verantworten. Jahrzehnte lang wurden Fischarten hemmungslos befischt. Heute gelten fast 50 Prozent aller kommerziell genutzten Fischarten bis an ihre Grenzen befischt. Andere Arten gelten als bereits überfischt oder die Bestände sind gar erschöpft. Es ist natürlich am einfachsten die Schuld auf Wale zu schieben, als eigene Fehler einzugestehen. De facto ist es aber doch so, dass man eine Erhöhung der Fischbestände hätte schon feststellen müssen, da fast viele Walarten, vor allem die Großwale, am Rande der Ausrottung stehen. Die Argumente der Fischindustrie ist also mitnichten schlüssig.

Der Mensch dringt heute immer weiter in die Lebensräume der Wale vor. Unruhe, Stress und nicht zuletzt der Tod sind die unausweichlichen Folgen. In dicht besiedelten Küstengebieten werden Wale durch die Antriebsschrauben von Schiffen und Booten verletzt oder kollidieren mit Schiffen. Auch schon die reine Anwesenheit von Schiffen und Booten in den Heimatgewässern der Wale kann für Unruhe in den Walschulen sorgen. Wale reagieren nervös, sind orientierungslos und tiefgreifende Eingriffe in das Sozialleben lassen sich ebenfalls nicht ausschließen. Nicht selten führen diese Ursachen zum Tode der Tiere. Das Stranden von Walen ist in dicht besiedelten Lebensräumen ebenfalls ein häufig zu beobachtendes Phänomen. Man vermutet, dass das Stranden durch eine Orientierungslosigkeit ausgelöst wird. Durch das Stranden ersticken die zum Teil tonnenschweren Tiere aufgrund ihres hohen Gewichtes außerhalb des Wassers. Nicht minder schlimm dürften die Schäden durch Motoren- und Schraubengeräusche sein. Dies wirkt sich insbesondere auf die Hör- und Orientierungsfähigkeit aus.

Haltung in Gefangenschaft

Die ersten Wale wurden seit 1870 in England und seit 1913 in den USA ausgestellt. Dabei handelte es sich in beiden Fällen um Weißwale. Die ersten Delfine werden bereits seit 1913 in Gefangenschaft gehalten. Zu den ersten Aquarien zählen das Marineland of Florida sowie das Battery-Aquarium in New York. Hier wurden bereits 1938 Große Tümmler ausgestellt. Seit 1965 hält auch der Duisburger Zoo Große Tümmler. Seit 1969 wird im Duisburger Zoo auch ein Weißwal gehalten. Heute wird weltweit eine Vielzahl an Meeressäugern gehalten. Dazu gehören neben den Großen Tümmlern beispielsweise auch Grindwale, Große Schwertwale, Weißwale, Kleine Schwertwale, Gewöhnliche Schweinswale sowie Amazonasdelfine. Die Haltung von Walen und Delfinen gilt als nicht unumstritten. Im allgemeinen verfügen Aquarien nur über begrenzten Platz, so dass eine artgerechte Haltung nicht möglich ist. Das öffentliche Interesse ist sicherlich groß, jedoch ist es eher an die Sensationsgier gekoppelt als an den Schutz und die Arterhaltung. Das öffentliche Bewusstsein für die Bedrohung der Wale bleibt meist auf der Strecke. Auch die Forschung an in Gefangenschaft gehaltenen Walen macht nur bedingt Sinn, da Wale in Gefangenschaft nicht ihr normales Verhalten an den Tag legen.

Whale-Watching / Walbeobachtung

Eine Jagd auf Wale der anderen Art ist das sogenannte Whale Watching, oder zu deutsch Walbeobachtung. Die Regel ist die Beobachtung von Booten oder Schiffen aus. Es gibt aber auch die Möglichkeit, Wale aus einem Flugzug oder einem Hubschrauber zu beobachten. Gelegentlich wird auch von landgestützten Punkten aus die Beobachtung ermöglicht. Dies ist jedoch nur möglich, wenn sich Wale in unmittelbarer Nähe zur Küste aufhalten. Letzteres stört die Tiere mit Sicherheit am wenigsten. Bei der Beobachtung mit Booten wird oftmals der Mindestabstand von 100 Metern nicht eingehalten. Dies kann dazu führen, dass Wale verletzt oder Gruppen (Schulen) auseinandergerissen werden. Whale Watching wird als Schutz der Buckelwale und anderer Walarten angesehen. Dieses kann aber nur erreicht werden, wenn die Beobachtungen ökologisch verträglich und die Prinzipien der Nachhaltigkeit strikt eingehalten werden. Das lässt sich mit der Sensationsgier der Menschen kaum vereinbaren. Hier fehlt es noch an der Sensibilisierung für ökologische Themen. Aufklärungskampagnen sollten hier die nötige Abhilfe schaffen. Auf der anderen Seite stellt Whale Watching für manch arg gebeutelte Küstenregion eine neue und wichtige Einnahmequelle dar, denn die Einnahmen aus dem Fischfang sind aufgrund der Überfischung weltweit rückläufig oder gar völlig weggefallen. Wenn Whale Watching nicht nachhaltig oder gar falsch betrieben wird, sind die Auswirkungen auf die Populationen unabsehbar. Schon heute lässt sich sagen, dass der Stressfaktor für die Tiere dramatisch gestiegen ist, Schulen unter Umständen auseinandergerissen werden, der Bootslärm das Gehör der Tiere schädigt. Delfine sind hiervon deutlich weniger betroffen als Großwale. Nicht selten kommt es auch zu Kollisionen zwischen Schiffen und Walen, wobei es zu ernsthaften Verletzungen kommen kann. Nicht auszuschließen ist zudem eine Verringerung der Reproduktionsrate und somit ein Rückgang der Populationen.

Gefährdung und Schutz

Tabelle Gefährdungssituation

CR - critically endangered - kritisch gefährdet
Chinesischer Flussdelfin, Kalifornischer Schweinswal
EN - endangered - stark gefährdet
Atlantischer Nordkaper, Pazifischer Nordkaper, Seiwal, Blauwal, Finnwal, Gangesdelfin, Hector-Delfin
VU, vulnerable - gefährdet
Buckelwal, Pottwal, Amazonasdelfin, Weißwal, Gewöhnlicher Schweinswal
LR, lower risk - wenig/nicht gefährdet
Grönlandwal, Südkaper, Zwergglattwal, Nördlicher Zwergwal, Südlicher Zwergwal, Südlicher Schwarzwal, Baird-Wal, Nördlicher Entenwal, Südlicher Entenwal, Weißflankenschweinswal, Langschnäuziger Gemeiner Delfin, Kurzschnäuziger Gemeiner Delfin , Kurzflossen-Grindwal, Grindwal, Weißseitendelfin, Weißschnauzendelfin, Stundenglasdelfin, Weißstreifendelfin, Nördlicher Glattdelfin, Großer Schwertwal, Breitschnabeldelfin, Kleiner Schwertwal, Schlankdelfin, Blau-Weißer Delfin, Ostpazifischer Delfin
DD - Data Deficient (zu wenige Daten vorhanden)
Edenwal, Longman-Schnabelwal, Sowerby-Zweizahnwal, Andrew-Schnabelwal, Hubbs-Schnabelwal, Blainville-Schnabelwal, Gervais-Zweizahnwal, Japanischer Schnabelwal, Camperdown-Wal, Hector-Schnabelwal, Layard-Wal, True-Wal, Peruanischer Schnabelwal, Stejneger-Schnabelwal, Shepherd-Wal, Cuvier-Schnabelwal, La-Plata-Delfin, Narwal, Glattschweinswal, Brillenschweinswal, Burmeister-Schweinswal, Commerson-Delfin, Weißbauchdelfin, Heaviside-Delfin, Zwerggrindwal, Rundkopfdelfin, Borneodelfin, Peale-Delfin, Schwarzdelfin, Südlicher Glattdelfin, Irawadidelfin, Sotalia, Chinesischer Weißer Delfin, Kamerunflussdelfin, Clymene-Delfin, Zügeldelfin, Rauzahndelfin, Großer Tümmler

Zu den als "Data Deficient" gekennzeichneten Walarten liegen keine genauen Informationen vor, anhand deren die IUCN eine Art einstufen hätte können. Es ist daher durchaus möglich, dass sich in dieser Rubrik einige gefährdete, stark gefährdete oder gar kritisch gefährdete Arten befinden.

Systematik der Wale

Amazonasdelfin (Inia geoffrensis)
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Amazonasdelfin (Inia geoffrensis)
Chinesischer Flussdelfin (Lipotes vexillifer)
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Chinesischer Flussdelfin (Lipotes vexillifer)
Edenwal (Balaenoptera edeni)
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Edenwal (Balaenoptera edeni)

Anhang

Lesenswerte Einzelartikel

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Mark Carwardine: Wale und Delfine in europäischen Gewässern. Delius Klasing Verlag, 2003 ISBN 3768814564
  • Karl Müller: Wale und Delfine. Karl Müller Verlag, Kön (2004) ISBN 3833601329
  • Mark Simmonds: Wale und Delfine der Welt. Delius Klasing Verlag, 2006 ISBN 3768817660
  • [1] [2] Wunderbare Welt: Buckelwale - Wanderer der Weltmeere, ZDF-Dokukanal, Sept. 2007
  • Spiegel.de: Wale stammen von Schwimm-Hirsch ab

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