Saiga

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Saiga

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Rinderartige (Bovidae)
Gattung: Saiga
Art: Saiga
Wissenschaftlicher Name
Saiga tatarica
Linnaeus, 1766

IUCN-Status
Critically Endangered (CR) - IUCN

Die Saiga (Saiga tatarica) gehört innerhalb der Familie der Rinderartigen (Bovidae) zur Gattung Saiga.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Saiga erreicht eine Körperlänge von 110 bis 150 Zentimeter, ein Stockmaß von bis zu 80 Zentimeter sowie ein Gewicht von 20 bis 50 Kilogramm. Männchen werden deutlich größer und schwerer als Weibchen. Das sehr wollige Fell weist im Winter eine graubraune Färbung auf, wobei der Kehlbereich und die Bauchseite einheitlich hellgrau gefärbt sind. Im Sommer hat das Fell eine rotbraune Färbung. Männliche Tiere tragen gerippelte Hörner, die eine Länge von bis zu 50 Zentimeter aufweisen können. Auffälliges Merkmal ist die bucklige Nase mit den großen Nasenlöchern. Die Nasenspitze reicht dabei weit über das Maul hinaus und erinnert an einem kleinen Rüssel.

Die tagaktive Saiga bewegt sich im Passgang. Die geselligen Tiere leben in zum Teil riesigen Herden. Vor allem im Winter sind dabei oft mehrere hundert Tiere in einer Herde zu beobachten. DIe Gruppen bestehen hauptsächlich aus Weibchen und deren Jungtiere. Männchen bilden Reviere und versuchen die Weibchen in ihren Harem zu locken. Dabei wird das Revier gegenüber Rivalen energisch verteidigt. Oft ist es so, daß Männchen wegen der andauernden Kämpfe an Entkräftung sterben. Neben dem Menschen zählen Wölfe zu den Hauptfeinden der Saiga. Lebensraumzerstörung und übermäßige Bejagung haben die Bestände an den Rand der Ausrottung gebracht. Vor allem die Jagd auf männliche Tiere hat stark dazu beigetragen. Die Hörner der Männchen zählen in der asiatischen "Medizin" als Heilmittel. In der Roten Liste der IUCN wird die Saiga als stark bedroht geführt. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen, Anhang II, stellt die Tiere unter weltweitem Schutz.

Unterarten

Verbreitung

Die Saiga lebt in den offenen und trockenen Steppen Eurasiens und Zentralasiens. Hauptverbreitungsgebiete sind dabei Sibirien und die Mongolei. Sie bevorzugen offensichtlich ebene Flächen und meiden bergige Gebiete. Indiz hierfür ist der Passgang.

Ernährung

Saigas sind bei der Nahrungsaufnahme nicht wählerisch. Sie fressen allerlei Pflanzen und Gräser in ihren Lebensräumen. Auch Flechten, Moose und Strauchwerk wird gerne genommen.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreichen Saigas mit 1 bis 1,5 Jahren, wobei Weibchen deutlich früher die Geschlechtsreife erreichen. Die Brunftzeit beginnt im Dezember und kann sich über zwei Monate erstrecken. Nach einer Tragezeit von etwa 135 Tagen bringt das Weibchen ein oder zwei Jungtiere zur Welt. Ausgewachsen sind Saigas mit etwa 18 Monaten. In Freiheit erreichen die Tiere ein Alter von 10 bis 12 Jahren, wobei Männchen dieses Alter nur selten erreichen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

Links

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