Moschusochse

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Moschusochse

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Rinderartige (Bovidae)
Unterfamilie: Ziegenartige (Caprinae)
Gattung: Ovibos
Art: Moschusochse
Wissenschaftlicher Name
Ovibos moschatus
Zimmermann, 1780

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Moschusochse (Ovibos moschatus), der auch Schafsochse genannt wird, gehört innerhalb der Familie der Rinderartigen (Bovidae) zur Unterfamilie der Ziegenartigen (Caprinae). Das Takin ist molekularbiologisch sein nächster Verwandter.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Moschusochse erreicht eine Länge von bis zu 180 bis 245 Zentimeter, ein Stockmaß von 110 bis 145 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 5 bis 10 Zentimeter sowie ein Gewicht von bis zu 300 bis 650 Kilogramm. Die Größe und das Gewicht schwanken stark. In nördlichen Regionen bleiben Moschusochsen deutlich kleiner als in südlichen Regionen. Die größten und schwersten Exemplare treten im südlichen Grönland auf. Weibchen bleiben deutlich kleiner als die Männchen. Die kompakte und massige Bauweise stellt eine Anpassung an die arktischen und subarktischen Lebensräume dar. Die nach unten gebogenen Hörner, die beide Geschlechter aufweisen, sind an der Wurzel sehr dick und verjüngen sich zum Ende hin deutlich. Moschusochsen haben von allen Tiere das längste Fell. Auf der Haut wächst eine Schicht Unterfell, das sehr dicht ist. Darüber wachsen sehr lange Deckhaare, die an den Schultern eine Länge von bis zu 62 Zentimeter aufweisen können. Das Fell hat eine braune bis dunkelbraune, zuweilen auch schwarzliche Färbung. Dorsal zeigt sich meist ein heller Sattel. Die Beine sind ausgesprochen kurz. Die Hufe, die nicht mit Fell versehen sind, weisen scharfe Kanten auf und sind sehr breit. Moschusochsen leben in Gruppen von bis zu 20 Tieren, die von einem dominanten Männchen angeführt werden. Im Winter schließen sich oft mehrere Herden zusammen und bilden Gruppen von zum Teil über 100 Tieren.

Unterarten

Verbreitung

Das Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich über die Polarregionen der USA (Alaska), Kanada, Grönland, Rußland und Skandinavien, wobei in Skandinavien nur noch kleine Populationen leben. Moschusochsen bevorzugen nördlich der Baumgrenze niederschlagsarme und karge Tundren.

Prädatoren

Prädator: Eisbär (Ursus maritimus)
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Prädator: Eisbär (Ursus maritimus)

Zu den natürlichen Fleischfressern gehören vor allem Wölfe (Canis lupus). Als Hetzjäger jagen Wölfe im Rudel vor allem größere Huftiere. Genau in dieses Beuteschema passen Moschusochse. In der Regel fallen meist nur Jungtiere oder alte und schwache Moschusochsen einem Wolfsrudel zum Opfer. Feldstudien haben ergeben, dass mehr als 60 Prozent auf Jungtiere und alte oder schwache Tiere entfallen. Droht Gefahr von einem Wolfsrudel, so scharen sich die Erwachsenen Moschusochse um die Jungtiere. Weitere Fleischfresser der Moschusochsen sind je nach Vorkommen Eisbären (Ursus maritimus) und Braunbären (Ursus arctos).

Nahrung

Moschusochsen sind keineswegs wählerisch und ernähren sich als Pflanzenfresser überwiegend von Rinde, Blätter, Gräser, Kräuter, Blüten, Sämereien, Wurzeln und Knollen sowie Flechte und Moose. Aber auch Pilze, Nüsse und andere Früchte werden durchaus häufig gefressen. Im Winter legen sie ihre Nahrung mit den Hufen frei.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird, je nach Geschlecht, nach zwei bis vier Jahren erreicht. Männchen kommen meist erst im Alter von sechs bis acht Jahren zu ihrer ersten Paarung. Erst zu dieser Zeit sind sie ausgewachsen und können in den Rivalenkämpfen bestehen. Die Brunftzeit erstreckt sich im Herbst meist über den August oder den September. Zu den Geburten kommt es im kommenden Frühjahr, meist im April oder Mai. Moschusochse führen eine polygame Lebensweise. Ein dominantes Männchen begattet für gewöhnlich Männchen mehrere oder alle geschlechtsreife Weibchen innerhalb einer Herde. Zuvor muss sich ein Männchen jedoch dem Kampf mit Rivalen stellen. Bei den Kommentkämpfen geht es zum Teil sehr erbittert zu. Mit großer Geschindigkeit und Wucht prallen Rivalen mit den Schädeln zusammen. Nur ein siegreiches Männchen hat erhält dabei das Recht auf die Paarung mit den Weibchen. In der Regel stoßen Rivalen bis zu 10 mal mit den Köpfen aufeinander, ehe eines aufgibt und davon schleicht. In seltenen Fällen kann es bei den Kämpfen durchaus zu Todesfällen kommen. Nach einer Tragezeit von 7,5 bis 8,5 Monaten bringt das Weibchen ein, selten zwei Jungtiere zur Welt. Ein Kalb weist ein Geburtsgewicht von 9 bis 11 Kilogramm auf und wird für etwa 10 bis 12, seltener auch bis zu 18 Monate gesäugt. Aufgrund der nahrhaften Milch legen die Käfer im Schnitt 500 Gramm pro Tag an Gewicht zu. Das Fell der Kälber ist kastanienbraun und sehr dicht. Mochusochsen können ein Alter von über 20 Jahren erreichen, in Freiheit wird dieses Alter allerdings sehr selten erreicht. Die Lebenserwartung in Freiheit liegt bei 14 Jahren.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Links

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