Blauringtaube

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Blauringtaube

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Taubenvögel (Columbiformes)
Familie: Tauben (Columbidae)
Gattung: Schallschwingentauben (Leptotila)
Art: Blauringtaube
Wissenschaftlicher Name
Leptotila verreauxi
Bonaparte, 1855

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Blauringtaube (Leptotila verreauxi) zählt innerhalb der Familie der Tauben (Columbidae) zur Gattung der Schallschwingentauben (Leptotila). Im Englischen wird diese Taube White-tipped Dove genannt. Der wissenschaftliche Name wurde zu Ehren des französischen Ornithologen Jules Pierre Verreaux und dessen Bruder Edouard vergeben.

Die Blauringtaube kann leicht mit der nah verwandten Rotachseltaube (Leptotila rufaxilla) verwechselt werden. Der Stirnbereich der Blauringtaube weist einen höheren Grauanteil auf. Dies ist ein sicheres Unterscheidungsmerkmal.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die mittelgroße Blauringtaube erreicht eine Körperlänge von 28 bis 31 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 41 bis 45 Zentimeter sowie ein Gewicht von 130 bis 160 Gramm. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Abgesehen von der Größe weisen die Geschlechter keinen Dimorphismus auf. Der Kopf der Blauringtaube ist dabei relativ klein und weist eine rundliche Form auf. Der Schwanz ist lang und spitz zulaufend. Die Schwanzfedern weisen zum Teil eine weißliche Säumung auf. Dorsal weist das Gefieder eine graublaue bis schiefergraue Färbung auf, wobei sich stellenweise ein leicht rosafarbener Schimmer zeigt. Die Bauchseite ist deutlich heller gefärbt. Der Kopf ist im Bereich der Stirn (Regio frontalis) und Zügel (Lorum) sehr hell, meist hellgrau oder weißlich gefärbt. Die Augen sind von einen dunkelblauen Ring umgeben. Die Iris ist orangerot, die Pupille weist eine dunkle Färbung auf. Auf den langen und spitz zulaufenden Flügel zeigt sich im Bereich der Handschwingen eine feine weißliche Säumung. Der kleine Schnabel ist leicht nach unten gebogen und dunkelgrau gefärbt. Die Extremitäten weisen im Bereich der Läufe (Tarsometatarsus) und der Zehen (Digitus) eine rosarote Färbung auf.

Lebensweise

Blauringtauben leben einzelgängerisch oder paarweise. Eine Gruppenbildung ist außerhalb einer Familiengruppe nicht zu beobachten. Sie sind ausgesprochen scheu und meiden die Nähe zum Menschen. In mediterranen, subtropischen und tropischen Lebensräumen gelten Blauringtauben als Standvögel. Ziehende Populationen sind keine bekannt.

Unterarten

Verbreitung

Die Blauringtaube ist hauptsächlich im tropischen und subtropischen Mittel- und Südamerika verbreitet. Kleinere Populationen sind im Süden der USA, insbesondere in Texas anzutreffen. Einige Unterarten kommen auch in der karibischen Inselwelt, vor allem auf Trinidad und Tobago vor. In Südamerika kommt die Art bis ins nördliche Argentinien vor. Zu den natürlichen Lebensräumen gehören lichte Wälder und deren Ränder. Offene Flächen werden zumeist gemieden.

Ernährung

Blauringtauben ernähren sich wie alle Tauben von Sämereien, Getreidekörnern, Waldfrüchten, Knospen und Beeren. Gelegentlich nehmen sie auch tierische Nahrung zu sich. Dazu gehören dann hauptsächlich Insekten (Insecta) und deren Larven sowie kleine Schnecken (Gastropoda) und Würmer. Der Anteil tierischer Nahrung ist jedoch eher gering. Nahrung wird vom Boden gesammelt.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreichen Blauringtauben gegen Ende des ersten Lebensjahres. Die Paarungszeit beginnt in Mittelamerika und den südlichen US-Bundesstaaten bereits im zeitigen Frühjahr und kann sich bis in den September oder Oktober hinein erstrecken. In mediterranen und tropischen Verbreitungsgebieten wie in Südamerika ist eine ganzjährige Fortpflanzung möglich. Blauringtauben leben in der Regel in monogamer Einehe, die meist auch ein Leben lang hält. In einer Saison kann es zu zwei bis drei, selten auch mehr Gelegen kommen. Genistet wird in Nestern, die zumeist in den Wipfeln hoher Bäume entstehen. Die Nester sind eine einfache Plattform und bestehen im wesentlichen aus Reisig und kleinen Ästchen. Den Nistort sucht das Männchen aus. Es sucht auch Ästchen und Reisig, die dann vom Weibchen verbaut werden. Ausgepolstert wird ein Nest kaum, so findet man nur selten weiches Material im Nest. Das Weibchen legt zwei weiße Eier, die von beiden Geschlechtern über einen Zeitraum von etwa 14 Tagen ausgebrütet werden. Die Brutdauer ist stark von der Witterung und Umgebungstemperatur abhängig. Die geschlüpften Küken sind beim Schlupf blind und öffnen nach gut zehn Tagen erstmals ihre Augen. Die Versorgung der Jungvögel mit Nahrung wird durch beide Elternteile sichergestellt. Die Jungtauben werden anfangs taubentypisch mit sogenannter "Kropfmilch" gefüttert. Die Kropfmilch ist ein Sekret, welches im Kropf produziert wird und der Säugetiermilch ähnelt. Die Kropfmilch wird auch vom Männchen produziert. Später werden die Jungtauben hauptsächlich mit Insekten und deren Larven versorgt. Gegen Ende der Nestlingszeit werden sie auf pflanzliche Nahrung umgestellt. Mit gut drei Wochen ist den Jungvögeln das erste Gefieder gewachsen und sie sind kurz danach flügge. Sie bleiben meist noch ein bis zwei Wochen bei den Eltern und fliegen dann aus. Die Lebenserwartung ist nicht bekannt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge